Michel Gübeli vonm Zürcher Architekturbüro Züst Gübeli Gambetti.

«Eine Antwort auf die Sehnsucht nach grünem Wohnen in der Stadt»

Herr Gübeli, was hebt Nova Brunnen von anderen Grossprojekten ab?
Nova Brunnen entsteht auf einem stillgelegten Industrieareal, irgendwo im gegenwärtigen Niemandsland. Zugleich liegt es eingebettet in einen unglaublich schönen Naturraum, der von der Muota begleitet und von der Rigikette sowie den beiden Mythen gerahmt wird. Wir haben unser Augenmerk deshalb auf den Miteinbezug der Bergwelt beziehungsweise auf den Natur- und den Freiraum gerichtet. Statt hermetisch auf sich selbst bezogener Baublöcke haben wir eine mäandrierende «Schiene» längs gerichteter Bauten entworfen, um so möglichst jeder Wohnung zu Weitsicht zu verhelfen – ohne störendes Vis-à-Vis.

Sie haben das Richtprojekt als Basis für den Gestaltungsplan erarbeitet – eine anspruchsvolle Aufgabe …
Definitiv. Einerseits lieferte der räumliche Reichtum des Areals einen bildhaften Hintergrund, in dem Teile der Dramaturgie schon angelegt waren. Andererseits musste man aufgrund der hohen Ausnützungsvorgaben mit Dichten, Dimensionen und Kompositionen arbeiten, die einem bei der Arbeit in der Kernstadt nicht begegnen. Es ging also darum, trotz hoher Dichte qualitätsvollen Wohn- und Arbeitsraum sowie attraktive Aussenräume zu schaffen. Und das ohne die Möglichkeit, punktuell auch einmal höher zu bauen – schliesslich soll dem  Zentrumsbereich nicht die «Show» gestohlen werden.

Was sind die architektonischen Voraussetzungen dafür, dass aus Nova Brunnen dereinst ein belebtes Quartier wird?
Zum einen hat das Quartier ein klares Zentrum (Mehr dazu finden Sie hier). Im Zusammenspiel mit dem «Schallriegel» aus Dienstleistungsgebäuden dahinter ergibt sich zudem ein Boulevard, der als verbindendes und identitätsstiftendes Rückgrat des Quartiers dient. Hier erweist sich die «Dichte» der Bebauung natürlich auch als Chance, da sie im Bereich des erwähnten Boulevards für belebte Erdgeschossflächen sorgen wird.

Sie arbeiten aktuell am Baufeld Nova Port, das den Anfang des Areals kennzeichnet, wenn man vom Dorfkern herkommt. Was ist Ihre Leitidee bei diesen Arbeiten?
Eine Antwort zu geben auf die Sehnsucht nach grünem Wohnen in der Stadt. Und trotz der hohen Dichte das Versprechen von hochwertigem Wohnen mit Weitsicht einzulösen, damit möglichst alle Bewohner von der Schönheit der Bergwelt profitieren.

Zur Person

Michel Gübeli

2010 hat Michel Gübeli mit zwei Partnern das Unternehmen Züst Gübeli Gambetti Architektur und Städtebau AG gegründet. Der diplomierte Architekt ETH, der unter anderem auch an der Harvard-Universität in den USA studiert hat, kam 1972 in Delémont im Kanton Jura zur Welt und schloss sein ETH-Studium im Jahr 2000 bei Professorin Flora Ruchat-Roncati ab. Vor seinem Engagement bei Züst Gübeli Gambetti war er Entwurfsarchitekt in verschiedenen Büros.


Quotes

Irène May

Gemeinde-

präsidentin

 

«Brunnen Nord ist die Zukunftschance für unsere Gemeinde. Wir können hier bedeutende Entwicklungsarbeit leisten, ohne auch nur einen Quadratmeter grünes Land verbauen zu müssen. Wichtig ist dabei auch: Die Entwicklung erfolgt nicht Knall auf Fall, sondern über Jahre hinweg.»